Rund um die Stubaier Alpen

 

Roadbook: Heinfels - Sterzing - Brenner Bundesstraße bis Mutters - Axams - Gries im Sellrain - Kühtai - Oetz - Timmelsjoch - St. Leonhard - Jaufenpaß - Sterzing - Heinfels

 

 

Es handelt sich um eine der lohnendsten Vierpässefahrten in den Ostalpen und bereitet geübten Motorradfahrern kaum Schwierigkeiten. Man dringt zwar nicht bis in das Herz der Stubaier Alpen ein, denn dieses würde man im Raum der Mutterbergalm orten, doch bieten sich die Stubaier von allen Seiten und mit ihren mannigfachen Erscheinungsbildern an. Von Heinfels aus fährt man am besten durch das Pustertal nach Sterzing und von dort auf den schnellsten Wege nach Innsbruck. Von dort nach Völs nach Kematen oder über die A12 bis zur Ausfahrt Sellraintal. Begleitet von der Melach, einem noch ursprünglichen Wildbach, gelangt man auf kurvenreicher Strecken zunächst nach Sellrain, dem Hauptort des Tales, und Gries im Sellrain. Auf gut ausgebauter Bergstrecke erreicht man bei einem Steigungsmaximum von 16% das reizvoll gelegene St. Sigmund im Sellrain. Die folgende Talstufe leitet nach Haggen und zur bewirtschafteten. Zirmbachalm das Obertal hinauf, Steigungsmaximum 14%. Nach Passieren einer Galerie gegen Steinschlag bzw. Lawinenabgänge durchfährt man bis Stokkach eine öde Landschaft. Der Hotelort Kühtai ist eine langgestreckte Straßensiedlung, an deren Westende die Dortmunder Hütte steht. Die Westrampe senkt sich bei max. 14% hinab zum Zwischenspeicher Längental, wo mehrere Parkplätze an seinen Ufern angelegt wurden. Auf der stets zweispurigen, asphaltierten Bergstraße verkehren so wohl aus Richtung Gries im Sellrain als auch aus Richtung Ötz Linienbusse der Post. Die Zirbenwälder im oberen Nedertal werden talaus von dunklen Fichtenwäldern abgelöst. Im idyllischen Tal durcheilt man die Streusiedlung Ochsengarten. Mit einer Gruppe kürzerer Serpentinen und einer weit ausholenden Schleife überwindet man die ausgeprägte Talstufe hinab nach Ötz. Die Zufahrt zum Timmelsjoch von Norden her erfolgt auf der Ötztal-B 186; sie wurde nach den Unwettern der vergangenen Jahre so modernisiert, daß im gesamten Ötztal ausgezeichnete und vor allem sichere Straßenverhältnisse anzutreffen sind. Im Gurgler Tal wurden zusätzliche Galerien neben anderen Kunstbauten zu den bestehenden errichtet. Die Wildbach- und Lawinenverbauung erfolgte mit großem Aufwand. Überall gibt es einen, auch für den Schwerverkehr geeigneten Ausbauzustand. Umhausen und Huben werden umfahren, alle anderen an der Route gelegenen Orte hatten im Bj. noch keine Umfahrung. In Zwieselstein hält man sich an der Straßenteilung links , denn die rechte abzweigende Straße führt durch das Venter Tal nach dem Dorf Vent. Mit max. 15% Steigung überwindet man auf der B186 die Ausgeprägte Talstufe oberhalb von Zwieselstein. 7km weiter, bei der Häusergruppe Untergurgl, beginnt links die bemautete Timmelsjochstraße. Sie ist hervorragend ausgebaut und hat Überbreiten in den Kehren. Bemerkenswerte Rückblicke gibt es talaus durch das mittlere Ötztal. Den Hotelort Hochgurgl läßt man rechts liegen. Die Mautstelle befindet sich auf einem flachen Streckenabschnitt zwischen Hochgurgl und dem Windegg im Nordtiroler Timmelstal. Bei stärkeren Frequenzen wird die Grenzabfertigung mit abgewickelt. Durch den weiteren Ausbau der Südrampe erfreut sich diese Hochalpenstraße von Jahr zu Jahr zunehmender Frequenzen. Anhängergespanne, Busse und Lkw durften jedoch die Südtiroler Rampe nicht benutzen. Um so mehr Bewegungsfreiheit haben deshalb Pkw und Motorräder. Ein Durchgangsverkehr ist in der schneefreien Jahreszeit von Ende Juni bis Mitte Oktober nur tagsüber zwischen 7 und 20 Uhr Sommerzeit möglich. Enorm ist der zu bewältigende Höhenunterschied. Er beträgt auf der 29km langen Bergstrecke zwischen der Jochhöhe und St. Leonhard im Passeier 1800 Höhenmeter

Auf der knapp 50km langen Route zwischen dem Paßscheitel und Meran errechnet sich der Höhenunterschied sogar mit 2200m. Die Fahrbahnbreiten schwanken zwischen 5 und 7,5m. In den Kehren gibt es Überbreiten. Die zahlreichen, meist kurzen Felstunnels sind unbeleuchtet, weshalb das Radfahren in diesem Abschnitt wegen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verboten ist. Der längste Tunnel mißt 700m. Das Gefälle bzw. die Steigung beträgt im Durchschnitt 9%, unterhalb der Schneebergbachbrücke max. 13%. Man achte unbedingt auf die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen! Die Südtiroler Rampe befand sich im Bj. Mit wenigen Ausnahmen in schlechtem Zustand, besonders unangenehm empfunden wurden die zahlreichen, tiefen Schlaglöcher im obersten Tunnel. Zwischen Moos in Passeier und St. Leonhard Passeier gab es im Bj. bessere Zustandsverhältnisse, aber auch stärkere Frequenzen. In St. Leonhard im Passeier nimmt die vielbefahrene SS.44 über den Jaufenpaß ihren Anfang; sie zweigt im Ort spitzwinkelig von der Timmelsjochstraße ab. Die Bergstrecke auf der Südrampe beginnt unvermittelt; bis zum Abzw. Glaiten muß man eine Gruppe einiger Serpentinen meistern. Dann hat man bis Walten kaum Probleme, es sei denn, man begegnet Reisebussen, welche die ganze Fahrbahnbreite einnehmen. Die Breiten schwanken zwischen 4 und 7m, die max. Steigungen betragen auf der Südrampe 12%, auf der Nordrampe 9%. Auf beiden Rampen wurde seit mehreren Jahren kaum eine Maßnahme zur Modernisierung gesetzt. Die durchgehende Asphaltierung wurde nämlich als Errungenschaft gewertet! Einige Engstellen konnten inzwischen beseitigt werden, weil sich dort regelmäßig Staus bildeten. Der Höhenunterschied vom Basisort St. Leonhard im Passeier bis zur Scheitelhöhe beträgt runde 1400m, jener von Sterzing zum Paß 1150m. Der obere, dichte Serpentinenanstieg erstreckt sich von Innerwalten bis zur Paßhöhe. Besonders ausgesetzte Stellen wurden in den beiden obersten Kehren durch Leitplanken abgesichert. Landschaftlich betrachtet, bietet die Fahrtrichtung von Süden nach Norden etwas mehr, vor allem sind die Ausblicke des Scheitels auf die Tuxer und Stubaier Alpen hervorzuheben. Um sich von der schartenartig eingeschnittenen Paßhöhe die günstigste Aussicht zu verschaffen, muß man wenige Min. auf den West Bergkamm ansteigen. Besonders eindrucksvoll ist der Blick zur Hohen Wilde im Süden der Ötztaler Alpen, woran die firnbedeckten Gipfel der Texelgruppe anschließen. Die Abfahrt zum bewirtschafteten Sterzinger Jaufenhaus erfolgt mit zwei viel Aussicht gewährenden Kehren. Wenig unterhalb taucht man in ausgedehnte Wälder ein und fährt durch zahlreiche, numerierte Kehren hinab nach Kalch. In Gasteig trifft man auf die Zusammenführung der Jaufenstraße mit der Ridnauntalstraße und kommt bei flüssiger Fahrweise bald nach Sterzing. Von Sterzing aus sind es dann noch knappe 90km bis zu unserem Ausgangspunkt Heinfels.