Rund um den Karnischen Kamm

Roadbook: Heinfels-Lienz-Oberdrauburg-Gailberg Sattel-Kötschach Mauten-Plöckenpaß-Tolmezzo-Santa Villa-Sappada-S.Stefano-Kreuzbergsattel- Innichen-Heinels

 

 

Wesentlich weiter durch die Region der Karnischen Alpen holt diese Runde gegenüber dem beschriebenen kleinen Giro aus. Mit ihr werden fünf, für den Motorradfahrer technisch und auch landschaftlich interessante Pässe bzw. Hochpunkte „aufgefädelt“. Als AP wählt man mit Vorzug Lienz i.O. In rascher Fahrt gelangt man drauabwärts nach Oberdrauburg, 21 km. Einen fortschrittlichen Ausbau weist die B 110 über den Gailberg-Sattel (982) auf; ihre Steigungsverhältnisse sind gut

ausgeglichen (Nordrampe 10%, Südrampe nur 8%). Ausgesetzte Stellen wurden durch Leitplanken abgesichert. Man durchfährt den Doppelort Kötschach-Mauthen und folgt, begleitet vom Valentinsbach, der nur mehr 5 bis 6 m breiten Straße über den „Ederwirt“ hinauf zum Plöckenpaß/Passo di Monte Croce Carnico (1362), wobei zuletzt Steigungsmaxima von 13% zu überwinden sind. – Eine Dokumentation der Dolomiten- und Kärntner Front befindet sich im Rathaus von Kötschach-Mauthen. Im besuchenswerten Plöckenmuseum sind außer Fotos, Karten und Originalskizzen auch zahlreiche Fundgegenstände ausgestellt. Sie zeigen das Schicksal der Soldaten an der hochalpinen Front und tragen zum näheren Verständnis der Zeitgeschichte in diesem umkämpften Grenzraum bei. Ein Freilichtmuseum ist nahe dem Plöckenpaß am Kleinen Pal entstanden. – Auf der kehrenreichen Südrampe hinab nach Timau (Tischlwang) besteht bei Nässe erhöhte Rutschgefahr. Besondere Vorsicht erfordern auch die zu durchfahrenden Tunnels bzw. Galerien, Paluzza (602) wird im W umfahren; knapp 2 km weiter im S ist rechts die Abzweigung der SS.465 zur Sella Valcalda bzw. über die Butbrücke nach Sutrio, wo die Zoncolan-Höhenstraße ihren Ausgang nimmt – Route 52, Kleine Karnische Runde. – Man gelangt über Ovaro nach Comeglians (553) und folgt dort der SS. 465 durch das anmutige Pesarinatal, welches im N von den Pesariner Dolomiten (Monte Terza grande, 2586) begrenzt

wird. Eine besondere Sehenswürdigkeit dieser Talschaft ist der „Schiefe Turm“ in Prato Carnico (663). Die Bergstraße steigt oberhalb von Crostas (1036) merklich an und hat auf der Forc. Lavardet (1542) ihren höchsten Punkt. – Besonders sportlich eingestellte Motorradfahrer schätzen wegen des faszinierenden Fahrgefühls die neue, interessante Anlage von 14 dicht aufeinanderfolgenden Kehren auf der Nordrampe des Passes, max. 12% Gefälle. Im Bj. War der Ausbau oberhalb der Kehrenanlage noch nicht abgeschlossen, so daß die Fahrbahnbreiten zwischen 3 und 7 m schwankten. Die SS. 465 mündet bei Campolongo (940), ö. S. Stefano di Cadore (908), in die Sappada-Route ein. – Kaum fahrtechnische Schwierigkeiten gibt es auf der 37 km langen Strecke von S. Stefano di Cadore über den Kreuzberg-Sattel (1636) nach Innichen (1174). Die Italiener kennen zwei Pässe unter dem Namen „Monte Croce“. Zur Unterscheidung fügen sie beim Kreuzberg-Sattel die Bezeichnung „Comelico“ hinzu, wogegen der Plöckenpaß den Beinamen „Carnico“ trägt. Beim Kreuzberg handelt es sich um einen relativ niedrigen und schwach frequentierten Übergang zwischen dem Comelico und dem Hochpustertal. Der HU beträgt von S. Stefano bis zum Scheitel 730 m, talwärts bis Innichen nur 465 m. Die Südrampe wartet mit max. 8% Steigung auf, die Nordrampe oberhalb von Moos mit 12% und einem günstigen Straßenverlauf. Die zahlreichen Felsnadeln, Türme und Spitzen hat man in den Sextener Dolomiten links der Fahrtrichtung, sie sind für manche Touristen überhaupt der Inbegriff einer Dolomitenlandschaft. Rechts der vorgegebenen Fahrtrichtung erheben sich die Karnischen Alpen mit wesentlich sanfteren Zügen. Bei Innichen findet man Anschluß an die SS.49, welche windungsreich zur ital. Zollstation Winnebach bzw. zur österr. Grenzübertrittsstelle Arnbach leitet. Hinter Vierschach gibt es einen unbeschrankten Bahnübergang! – Die B 100 über Sillian, das im Bj. Noch ohne Umfahrung war, ist gut ausgebaut und erlaubt entsprechende Reisedurchschnitte. Das Tal der Drau verengt sich hinter Mittewald zusehends und weitet sich erst wieder hinter der Lienzer Klause, wo das Pustertal im O endet. Lienz ist mit dem Schloß Bruck eine sehenswerte Kleinstadt, welche am Zusammenfluß von Isel und Drau liegt. In der Hauptreisezeit wird sie allerdings von einer Verkehrslawine förmlich überrollt.

Wassermühlen im Lesachtal

Variante: Von Comeglians über Sappada nach Campolongo. Zunächst leitet die SS. 355 durch den Canale di Gorto aufwärts. Oberhalb von Rigolato unternimmt der mehr sportlich eingestellte Motorradfahrer den Abstecher durch ein Seitental hinauf zu den Häusern von Collinetta und zu den winzigen Bergnestern Siglilletto und Frassenetto. Der geringe Umweg lohnt sich wegen der Ausblicke auf die Hohe Warte, welche sich im Talhintergrund aufbaut, und in der Gegenrichtung in die Pesariner Dolomiten. Mit einem Gefälle von 15% auf asphaltierter, knapp zweispuriger Straße gelangt man in Forni Avoltri wieder auf die SS. 355. Im erneuten Anstieg mit max. 15% kommt man schließlich nach Cima Sappada/Oberbladen und über Sappada, einer deutschen Sprachinsel, durch das Tal des jungen Piave auf vorzüglicher Straße hinab nach Campolongo. Dort mündet man in die SS. 465 ein.