Rund um die Sextener Dolomiten

Roadbook: Heinfels-Innichen-Sexten-Kreuzberg-S.Stefano-Auronzo-Misurina-Drei Zinnen-Schluderbach-Doblach-Heinfels

 

 

Die Runde ist geeignet, gute Einblicke in ein touristisch hochbedeutsames Gebiet mit den östlichen Dolomiten zu gewinnen. AP ist Innichen/S.Candido. Als weitere AP bieten sich aber auch alle an der Rundfahrstrecke gelegenen Orte an, besonders jene im Puster- und Sextental. Der Kreuzbergsattel/Passo M. Croce di Comelico (1636) bildet einen relativ niedrigen und schwach frequentierten Übergang vom Hochpustertal in das Comelico. Weit mehr besucht werden die Seitentäler, wie das Innerfeldtal und das Fischleintal. Im S des Passes gibt es nur einige wenige Ziele, welche eine Anfahrt lohnen; zu ihnen zählt die Bergstraße von Campitello über den Col Cestella hinauf nach Danta di Cadore (1398). Im Durchzugsverkehr stellt der Kreuzberg-Sattel die wichtige Verbindung vom Pustertal nach Friaul (Udine), Julisch-Venetien und zur nördlichen Adria her. Die Steigungen erreichen auf der Nordrampe wenig oberhalb von Moos 12%, auf der Südrampe nur 8%. Der Straßenzug ist ausgebaut und überall mit Randsicherungen versehen. Die durchgehend asphaltierte Fahrbahn ist zwischen 5 und 8 m breit. Felsnadeln, Türme und Spitzen charakterisieren die Sextener Dolomiten, welche viel Faszination ausstrahlen. Während der Paßscheitel (dort deutsch-ital.Sprachgrenze) freie Aussicht über die Almböden zu den ihn umrahmenden Bergen bietet, leiten beiderseits des Sattels seine Rampen durch ausgedehnte Waldgebiete. Die Karnischen Alpen weisen,

entwicklungsgeschichtlich bedingt, wesentlich sanftere Züge auf als die vielgezackten Dolomiten. – Von Innichen sind es bis zum Kreuzberg-Sattel nur 15 km. Nach weiteren 10 km zweigt man im Comelico Superiore re. Ab und folgt der SS. 552 über Padola und S.Anna hinauf zum Zovopaß (1489) in guter Aussichtslage. Diese Paßstraße ist wesentlich schmäler als die Durchgangsstraße in Richtung S.Stefano di Cadore. Die Steigungsverhältnisse sind unterschiedlich: im N 12 %, im S 15 % auf windungsreicher und teilweise unübersichtlicher Rampe mit 19 Kehren. Mitten in der Waldeinsamkeit steht auf der Nordrampe die St.-Anna-Kapelle aus dem 17.Jh. Bevor man die Scheitelhöhe erreicht, kommt man dicht am Laghetto Sant Ànna vorüber. Auf dem Scheitel befindet sich die, dem hl. Antonius geweihte Kapelle, weshalb dieser Übergang auch unter dem Namen St.-Antonius-Höhe bekannt ist.

Im Juni breitet sich in dieser Höhenlage ein wunderbarer Teppich hochalpiner Flora aus. Am s. Ende des langgestreckten Lago di San Caterina mündet man in die SS. 48 ein. – Der Zovopaß läßt sich bei widrigen Straßenzustandsverhältnissen im S durch einen zirka 4 km langen Tunnel umfahren; ab Dosoledo bleibt man dabei auf der SS. 52 und folgt in S.Stefano kurz dem Piave flußabwärts, um dann beim Ponte d. Lasta rechts den Straßentunnel nach S. Caterina zu benützen. – Sie SS. 48, welche normal ausgebaut ist, führt durch das stark bewaldete Ansieital zur Straßengabel „Bivio Dogana Vecchia“ (1641) hinauf und mündet nach 22 km in die SS. 48 bis rechts ein. Sie überwindet zuletzt einen HU von 300 m mit max. 14 % Steigung. Zum Misurinapaß/Col SantÀngelo (1757) hat man dann nur knappe 2 km zurückzulegen. Die landschaftliche Beurteilung des Misurinasees mit seinem Umfeld ist bei den Touristen unterschiedlich; auf manche mag der erste Eindruck etwas enttäuschend wirken, andere Besucher wiederum entzückt diese Hochregion! Es kommt sehr darauf an, zu welcher Tageszeit, bei welcher Beleuchtung und vor allem von welcher Seite her man ihn betrachtet. Von seinem Südufer hat man zwar den Blick auf die Drei Zinnen, doch haben sie von dieser Seite nicht ihre charakteristische Form von drei freistehenden Berggestalten; vielmehr erwecken sie den Eindruck eines Felsmassivs mit Doppelgipfel. – Bei einem durchschnittlichen Gefälle von 11 % fährt man nun hinab zum Ponte delle Marogna, über welchen die Provinzgrenze zwischen Belluno und Bozen verläuft, und gelangt wenig weiter zum aufstrebenden Hotelort Schluderbach/Carbonin (1438). Auf der frequentierten Strada dÀlemagna fährt man durch das meist düstere und auch enge Höhlensteintal auf einem schmalen Korridor zwischen zwei Naturparks. Man gelangt über den Dürrensee, welcher teilweise verlandet ist, und den Toblacher See hinaus in das Hochpustertal, wo man bei Neutoblach in die SS. 49 rechts einmündet und 5 km weiter wieder in Innichen zurück ist. Nicht versäumen darf man den faszinierenden Blick vom w. Ufer Dürrensee auf die vielgezackte Cristallogruppe, eines der typischen und meistfotografierten Dolomitenmotive.

Abstecher: Zwischen Innichen und Sexten zweigt von der SS. 52 rechts das asphaltierte Sträßchen ins Innerfeldtal ab, HAT „Dreischusterhütte“. Das nur einspurig mit Ausweichen auf Sicht angelegte Hochtalsträßchen leitet zunächst durch lichten Lärchenwald und üppige Wiesen geradlinig und dabei sanft ansteigend talein. Im weiteren, nunmehr kurvigen Anstieg mit Maxima von 16 % hat man zwei Bachfurten und eine Serpentinengruppe mit engen Kurven zu überwinden.Die Geschwindigkeit ist mit 30 km/h beschränkt. Nach 4 km stellt man vor einem Sperrschranken beim Antoniusstein (1500) sein Fahrzeug auf einem Parkstreifen neben der Fahrbahn ab. Zur Dreischusterhütte hat man dann noch einen Fußweg von 30 Min. Hin und zurück 8 km. Fahrtechnische Beurteilung: mittel.