Rund um die Lienzer Dolomiten

Roadbook: Heinfels-Tassenbach-Kartisch-Kötschach Mauthen-Gailberg Sattel-Oberdrauburg-Lienz-Heinfels

 

 

Die formenreichen Lienzer Dolomiten, welche im Seekofel kulminieren, wurden bis heute nie durch Straßen erschlossen, sieht man im Norden von der Zufahrt zur Lienzer Dolomitenhütte, Im Süden vom 3km langen Stichsträßchen ab, das von St. Lorenzen im Lesachtal zum Tuffbad hinaufleitet. Auch von Erschließungen durch Seilbahnen bzw. anderen Aufstiegshilfen blieb dieser Gebirgsstock verschont. Die drei Hauptverkehrswege führen durch das Drautal, über den Gailberg-Sattel und durch das Lesachtal; sie alle tangierten nur die Lienzer Dolomiten, welche für den motorisierten Verkehr eine zirka 40km breite Barriere zwischen Drau und Gail bildet. Von Lienz zunächst auf der hervorragend ausgebauten B100 durch die breite Talung drauabwärts nach Oberdrauburg. Dort beginnt rechts abzweigend, die Bergstraße über den Gailberg- Sattel zum Doppelort Kötschach Mauthen. Auf dieser nur 13km langen Verbindung hat man eine teilweise modernisierte Bergstraße mit 10% Steigung im Norden und einem Gefälle von 8% im Süden. Von Kötschach Mauthen erstreckt sich bis zur Kärntner Landesgrenze an der romantischen Wachterbachmühle das Lesachtal als oberster Abschnitt des Gailtales. Im Volksmund nennt man es das Tal der 72 Bäche, welches zu den landschaftlich reizvollsten Tälern im Ostalpenraum zählt. Die Orte Birnbaum, Liesing, St. Lorenzen und der Wallfahrtsort Maria Luggau, welche alle eine sonnseitige Terrassenlage haben, wurden in der Gemeinde Lesachtal mit Sitz in Liesing zusammengeschlossen. Die durchwegs asphaltierte Gailtal B111 wurde nur abschnittsweise modernisiert, vor allem im Bereich der Talübergänge. Der Motorradfahrer gelangt geländebedingt von einer Kurve in die andere. Leitplanken gibt es an allen gefährdeten Stellen. Die max. Steigungen betragen 12%. Besonders in den Übergangsjahreszeiten beeindrucken die Ausblicke durch die südlichen Täler auf die schneebedeckten Häupter der Karnischen Alpen; von den formenreichen Bergen der Lienzer Dolomiten ist während der Fahrt kaum etwas zu sehen. Im Westen der Kärntner Landesgrenze beim Gh. Wacht setzt sich die nunmehr ausgebaute B111 über den 1530m hohen Kartitscher Sattel, auch als Tannwiese bezeichnet fort. Man fährt durch das Osttiroler Tilliacher Tal bei ständigem Gefälle max. 8% nach Tassenbach, östlich von Sillian gelegen, hinab und mündet dort in die durch das Pustertal ziehende, meist stark frequentierte Drautal-B100 ein. Von dort sind es dann noch etwa 6km bis Heinfels.

 

Variante: Von Abfaltersbach gibt es eine für Motorradfahrer interessante, 27km lange Höhenstraße , welche über Anras, Oberassling, Penzendorf und Bannberg nach Leisach leitet, wo man wieder in die Drautal-B100 einmündet. Dieses Sträßchen verläuft auf einer aussichtsreichen Terrasse und vermittelt eindrucksvoll Blicke auf die Lienzer Dolomiten.

 

Abstecher: Zur Lienzer Dolomitenhütte. Von Lienz auf der Straße nach Lavant bis Tristach. Am Ortsrand zweigt rechts das asphaltierte Bergsträßchen ab, welches zunächst zum GH. Kreithof auf dem Kinnbichl leitet. Es setzt sich von dort als 4m breites Mautsträßchen fort und gewinnt weiter an Höhe. Das Steigungsmaximum der durchwegs staubfreien Straße beträgt 14%, Leitplanken gibt es an allen ausgesetzten Stellen. Es endet nach 7km ab Lavanter Straße an der Lienzer Dolomitenhütte in guter Aussichtslage. Die Benützung des Fahrweges hinauf zur Karlsbader Hütte am Lazerzsee ist strikt verboten. Hin und zurück ca. 80km.