Rund um den Gantkofel

Roadbook: Heinfels-Brixen-Sterzing-Jaufenpaß-Meran-Gampenjoch-Mendelpaß-Boxen-Kastelruth-Grödner Tal-Klausen-Brixen-Heinfels

 

 

Von Heinfels aus führt uns diese Tour durch das Pustertal nach Brixen, von wo es aus weiter nach Sterzing geht. Der Jaufenpaß dieser herrlich gelegene Übergang vermittelt die kürzeste Straßenverbindung von Innsbruck via Brenner nach Meran. Der Paß bildet die Wasserscheide zwischen dem Eisacktal und dem Passeier Tal. Eine Fahrt von Sterzing über die 39km lange, meist bewaldete Paßstrecke nach St. Leonhard im Passeier ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und ist bei Schönwetter den „ausgetretenen Heerstraßen“ durch das Eisack und Etschtal vorzuziehen. Die durchwegs asphaltierte, 4 bis 6m breite Straße wird im Winter auf ihrer Nordrampe bis zum Sterzinger Jaufenhaus, auf ihrer Südrampe bis zum Passeier Jaufenhaus offengehalten als Zufahrten in die Schigebiete beiderseits der Scheitelhöhe. Die lawienengefährdete Scheitelstrecke bleibt jedoch während des Winters gesperrt und wird in der Regel erst wieder im Mai freigegeben. Die Steigungen erreichen auf der Nordrampe 9%, und auf der Südrampe max. 12%. Während auf der Nordseite neun, teilweise

sehr enge Kehren zu meistern sind, hat man auf der Südseite zehn Kehren, die jedoch kaum Schwierigkeiten bereiten. Die besonders im oberen Abschnitt der Südrampe vorhandenen gefährlichen Hangstrecken sind durch Leitplanken ausreichend abgesichert. Der zwischen Scheitelhöhe des Passes und Meran zu überwindende Höhenunterschied ist mit 1774m weit größer als jener bei 1000 und 1500m haben. Landschaftlich bietet die Fahrtrichtung von Süden nach Norden etwas mehr, vor allem ist der Ausblick des Scheitels auf die Tuxer und Stubaier Alpen hervorzuheben. Um sich von der schartenartig eingeschnittenen Paßhöhe die günstigste Aussicht zu verschaffen, muß man sein Fahrzeug verlassen und wenige Min. auf den West Kamm ansteigen. Besonders eindrucksvoll zeigen sich die vergletscherten Stubaier und Ötztaler Alpen mit der Hohen Wilde. Nach Süden schließen die firnbedeckten Gipfel der Texelgruppe an das Panorama an.

In Meran angekommen fährt man Richtung Lana wo, wir dem Gampenjoch entgegen fahren. Mit einer großen Schleife durch ein Seitental gewinnt man auf der meist bewaldeten Strecke bis zum Gampenjoch weiter an Höhe. Die Steigungsverhältnisse sind gut ausgeglichen und überschreiten 9% nicht. Man setzt seine Fahrt durch die vier Deutschgemeinden am Oberen Nonsberg fort. Unsere Liebe Frau im Walde wird umfahren, St. Felix nur tangiert. Laurein und Proveis liegen weit abseits und waren im Bj. nur über das Brezer Joch erreichbar, wobei man den Umweg über Fondo in Kauf nehmen mußte. Eine Verbindung aus dem Ultental mit einem Straßentunnel ist nun in Bau. Von Fondo setzt man seine Rundfahrt auf der Verbindungsstraße über Malosco bis zur Einmündung in die SS.42 beim Hotel Waldkönigin fort; dieses liegt oberhalb von Ronzone. Auf vielgewundener Strecke gelangt man über die Hotels Waldruhe und Paradiso hinauf zum Mendelpaß. Über die Scheitelhöhe verläuft die Provinzgrenze, welche zugleich auch deutsch-ital. Sprachgrenze ist. Die Bergstrecke der Ostrampe ist ein Meisterwerk altösterr. Straßenbaukunst, ihre Schlüsselstelle befindet sich an der Steil abfallenden Mendelwand: dort wurde die Trasse in das rötlich leuchtende Porphyrgestein gehauen. An dieser Stelle beeindrucken vor allem die Tiefblicke über die Überetsch genannte, wellige Hochfläche. Aus dem Grün der Landschaft hebt sich das Blau des Kalterer Sees deutlich ab. Auf leicht gewundener Strecke traversiert man die Aussicht bietende Mendelwand, ehe eine Gruppe von dicht aufeinanderfolgenden Serpentinen zu bewältigen ist. Die Fahrbahnbreiten variieren geländebedingt zwischen 5 und 8m, in den Kehren gibt es meist Überbreiten. Ausgesetzte Stellen wurden mit Leitplanken abgesichert, das max. Gefälle beträgt auf der Ostrampe 12%. Man fährt hinab nach Schloß Matschach und zieht durch weitere Kehren über die Kalterer Höhe, tangiert Oberplanitzing und mündet bei Kreuzung in die Hauptstraße ein, welche uns nach Bozen und in weiter Folge auf der Hauptstraße wieder nach Heinfels bringt.

Abstecher: Vom Mendelpaß auf den Penegal. Der Penegal zählt zu den großartigsten, anfahrbaren Aussichtsplätzen in der Grenzzone zwischen Südtirol und dem Trentino. Er wurde durch eine 4km lange Gipfelstraße erschlossen, welche von der Scheitelstrecke des waldreichen Passes ihren Ausgang nimmt. Die Benützung der Privatstraße ist gebührenpflichtig. Ihre Anlage ist zweispurig, die Strecke wurde durchgehend asphaltiert. Die Steigungen erreichen Max. 17%. Den Höhenunterschied von runden 400m gewinnt man mittels mehrerer Serpentinen. Unterhalb des Gipelplateaus wurden drei Großparkplätze terrassenartig angeordnet. Ein 25m hoher Aussichtsturm vermittelt ein perfektes Rundumpanorama u.a. mit dem vergletscherten Zillertaler Hauptkamm, Dolomiten, Adamello, Presanella, Prenta und Ortler-Cevedale Gruppe. Hin und zurück 8km.