Millstätter See und Nockalmstraße

 

Roadbook: Heinfels - Lienz - Spital - Kremsbrücke - Innerkrems - Nockalmstraße - Ebene Reichenau - Bad Kleinkirchheim - Radenthein - Seeboden - Möllbrücke - Winklern - Lienz - Heinfels

 

 

Diese Rundtour durch die Seen- und Berglandschaft Kärntens zählt wegen ihrer Vielfalt zweifellos zu den lohnendsten im südlichsten Bundesland Österreichs. In Spital a. d. Drau am Zusammenfluß von Lieser und Drau, so begibt man sich auf die Katschberg-B 99 und erlebt zunächst die wildromantische Flußlandschaft der Lieser, welche in der Regel ein fast ungetrübtes Gebirgswasser mit sich führt. Die Strecken ist bis in den Raum von Gmünd sehr windungsreich und hat zahlreiche, unübersichtlichen Kurven. Das mittelalterliche Gmünd, vergleichsweise auch als das Rothenburg Kärntens liegt an der Mündung des Malta- in das Liesertal; es ist ein malerisches, von vier Toren und einer Mauer umschlossenes Städtchen, welches eine kurze Besichtigung verdient. Weiter Lieseraufwärts über

Eisentratten und Leoben in Kärnten nach Kremsbrücke, wo man die B99 verläßt, und um rechts in die Landesstraße nach Innerkrems einzubiegen, 10km lange, zweispurige Asphaltstraße. In Innerkrems beginnt die 34km lange, mautpflichtige Nockalm-Höhenstraße, welche weite Teile des Nockgebietes durchmißt. Sie verbindet über zwei Hochpunkte, welche beide die Zweitausender-Höhenmarke überschreiten, das Liesertal mit dem oberen Gurktal. An den rundlichen Bergformen betrachtet, wirkt das Nockgebiet eher wie ein Mittel- als wie ein Hochgebirge. Trotz dieser Charakteristik gipfelt der Große Rosennock in einer Höhe von 2440m! Die gesamte Nockalmstraße ist modern in ihrer Anlage, die Steigungen sind gut ausgeglichen und ein Maximum von 12% wird nicht überschritten; Die Straßenbreite ist zweispurig, so daß sich auch Busse ohne Schwierigkeiten begegnen können.

Ausgesetzte Stellen wurden durch Leitplanken abgesichert. Die beiden Kulminationspunkte, Eisentalalm und Schiestelscharte, welche klassische Paßübergänge im Sinne einer Wasserscheide sind, liegen jeweils beträchtlich oberhalb der Baumgrenze. Die Einbeziehung des Grundtales in die Streckenführung bewirkte einen Zwischenab- und Wiederanstieg, verbunden mit zirka 1000m verlorener Höhe, da man bis zum Karlbach wieder absteigen muß. Der tiefste Punkt zwischen diesen beiden Pässen liegt immerhin noch zirka 1500m hoch. Mehrere an der Nockalmstraße gelegene, zünftige Almwirtschaften laden zur Einkehr ein. So findet man in der Fahrtrichtung von Innerkrems nach Ebene Reichenau in unmittelbarer Straßennähe die Almstube Heiligenbach, die Zechneralm, Karlbad, die Grundalm, auf der Schistelscharte die Glockenhütte und bergab die Rosentaler Alm. An bemerkenswerten, alten Zirbenbeständen vorbei führt die Straße, vom Stangenbach begleitet, talaus nach Winkl-Reichenau, wo sie Anschluß an die, von der Turracher Höhe herabziehenden B95 wieder und folgt nun der Kleinkirchheimer B88 nach Westen. Die ausgebaute Straße tangiert den weitläufigen Golfplatz und leitet mitten durch den frequentierten Kurort Bad Kleinkirchheim. Wegen der zahlreichen Fußgänger, welch im verbauten Ortsgebiet die Straße überqueren, ist während der Durchfahrt erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich! Eine modern ausgebaute Bergstraße mit max. 9% Gefälle bildet die westliche Rampe des Bad Kleinkirchheimer Sattels. Leitplanken wurden an allen gefährlichen Stellen angebracht. Die Knappenstadt Radenthein wird in der Talsohle umfahren. Hervorragend ausgebaut leitet die Millstätter B99 durch die Talweitung. Den durch seine Strandbäder bekannten Erholungsort Döbriach läßt man links liegen. Man gelangt an den Ostzipfel des Millstätter Sees und fährt an seinem Nordufer entlang über die Katschberg B99. Lieserabwärts gelangt man wieder nach Spital a. d. Drau. Besonders vorsichtige Fahrweise ist während der Durchfahrt aller Seeuferorte geboten, so vor allem in Pesenthein, Millstatt und Seeboden. Die Uferstrecken bieten bemerkenswerte Ausblicke auf den See und seine Umrahmung.

Abstecher: Auf der Malta-Hochalm Straße zur Kölnbreinsperre. Ein Ausflug ins Maltagebiet. Durch das Tal der stürzenden Wasser. (gemeint sind die zahlreichen Wasserfälle) Die Maltatalstraße ist ausgebaut und nimmt ihren Ausgang des mauerumgürteten, mittelalterlichen Städtchens Gmünd. Bis zum Beginn der mautpflichtigen Bergstraße hat man 12km zurückzulegen. In Koschach-Brandstatt beginnt die 18km lange Malta-Hochalm-Straße der Österr. Draukraftwerke. Sie überwindet bis zu ihrem EP 1085m HU und ist durchwegs asphaltiert. Die Fahrbahnbreite beträgt 6m zusätzlich 1m Bankette, die Max. Steigung knapp 13%. Öffnungszeiten während der schneefreien Jahreszeit täglich zwischen 7 und 19 Uhr.

 

Die Mautstelle befindet sich bei den Fallerhütten. Die unbeleuchteten, durch den Fels geschlagenen Tunnels sind nur einspurig angelegt; wo keine richtungsgetrennte Fahrbahn außerhalb der Tunnels für die Talfahrt existiert, erfolgt ein ampelgeregelter Einbahnverkehr, Richtungswechsel alle 20min. Die Trassierung durch das felsige Gelände ist außerordentlich kühn. Den Kraftfahrer beeindrucken besonders die Kehrtunnels, einer nur mehr selten in den Alpen anzutreffenden Bauweise. Ein Großparkplatz befinden sich im Anschluß an den modernen Rundbau des Sporthotels Maltatal, wo auch die Bergstraße in 1920m Höhe endet. Die Benützung des Fahrweges von der Kölnbreinsperre entlang des Stausees zur Osnabrücker Hütte ist nur den dazu berechtigten Einsatzpersonen gestattet.