Ausflug zum Boldo Paß und Rückreise

über den Passo di Rolle

Roadbook: Heinfels - Innichen - Kreuzberg - S.Stefano di Cadore - Bellune - Trichiana - Paso di S.Boldo - Valdobbiadene - Crespano del Grappa - Seren - Paso di Rolle - Falcade - Caprile - Paso di Giau - Cortina d´ Ampezzo - Toblach - Heinfels

 

 

Von Innichen sind es dann nur mehr wenige Kilometer bis Sexten Moos, wo wir dann Richtung Kreuzberg-Sattel fahren. Dieser wichtige Verkehrsweg erschließt vor allem die Sextener Dolomiten mit dem Innerfeldtal und dem Fischleintal, vermittelt aber auch günstige anfahrbare Ziele in den Karnischen Alpen. Im Durchzugsverkehr stellt der Kreuzberg-Sattel die wichtige Verbindung vom Pustertal nach Friaul- Julich-Venitien und zur Adria her. Die Italiener

kennen zwei Pässe unter dem Namen Monte Croce. Zur Unterscheidung fügen sie beim Kreuzberg-Sattel die Bezeichnung Comelico hinzu, wogegen der Plöckenpaß den Beinamen Carnico trägt. Die Steigungen erreichen auf der Nordrampe wenig oberhalb von Moos 12%, auf der Südrampe 8%. Ausgebauter und mit Randsicherungen versehener, durchgehen asphaltierter Straßenzug bei schwankenden Fahrbahnbreiten zwischen 4 und 6m. Die zahlreichen Felsnadeln, Türme und Spitzen in der Sextener Berglandschaft sind für viele Touristen Inbegriff der Dolomiten. Während der Paßscheitel freie Sicht über die Almböden zu den ihn umrahmenden Bergen bietet, führen die Strecken beiderseits des Passes vorwiegend durch ausgedehnte Waldgebiete.

 Auf der Südrampe sind die steil an den Berghängen errichteten Orte Candide und das in guter Aussichtslage befindliche Casamazzagno von bemerkenswertem Interesse. Die alten, hier angelegten Bergfriedhöfe sind Ausdruck argen Platzmangels. In San Stefano angelangt geht die Reise weiter über das Piavetal Richtung Belluno, wo wir dann rechts nach Trichiana fahren. In Trichiana angekommen geht es dann links zum Passo di San Boldo, der durch seine einzigartig angelegte Trassenführung immer wieder auf´s neue einen begeistern kann. Die Nordseite hat eine max. Steigung von 12% wo hingegen die Südseite ein Gefälle von 15% aufzuweisen hat. Auch landschaftlich hat diese Gegend viel zu bieten. Denn kaum wieder im Tal angelangt fährt man durch ein Weinanbaugebiet, mit seinen typischen Dörfern, die immer wieder zu einer kleinen Rast einladen. So gelangen wir schließlich nach Romano di Ezzelino wo wir auf den Monte Grappa abbiegen. Der Monte Grappa liegt zwischen dem Brentafluß und dem Piave

und bietet so eine einzigartige Lage am Südrand der Alpen, hoch über der weiten venezianischen Ebene, eine hervorragende Aussichtswarte. Zum Besuch dieser Erhebung eignen sich besonders der Morgen und er beginnende Abend, weil während des Tages häufig eine undurchdringliche Dunstglocke über der venezianischen Ebene schwebt. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zur Adria mit der Lagunenstadt Venedig. Im Norden zeigen sich besonders die Dolomiten, aber auch die Drei Zinnen in eindrucksvoller Weise. Im Westen hat man die Hochebene von Asiago mit den Sieben Gemeinden. Ein Netz kleiner Straßen durchzieht die Monte-Grappa –Hochfläche; kriegsgeschichtlich interessierte Touristen vermittelt es wahre Fundgruben. In diesem Zusammenhang sie auf den Abzweig vom Campo Solagna zum Col del Fagheron und jenen vom

Ponte San Lorenzo zur Osteria Lepre mit Fortsetzung zum Col Bonato hingewiesen. Diese Sträßchen sind vorwiegend asphaltiert und ohne Schwierigkeiten befahrbar. Voll ausgebaut und asphaltiert ist nunmehr auch die 27km lange und kurvenreiche Nordrampe SS. 141. Sie beginnt an der obersten Kehre der Cadornastraße und verläuft um den Monte Pertica herum, dann über den Monte Cismon, um nach Caupo hinabzusteigen, nach Feltre. Die Fahrbahnbreiten sind jedoch vorwiegend zweispurig angelegt. Das Gefälle erreicht max. 18%, während dieses Abstieges in das Talbecken von Feltre hat man mehrere enge Kehren zu durchfahren. Dort angelangt fahren wir nach links um so zum Passo die Rolle zu gelangen. Eines der besonderen Merkmale des Rollepaßes ist der Kurvenreichtum. Die mit 12 Kehren ausgestattete Anlage auf der NW-Rampe genügt heute nicht mehr den Ansprüchen, welche man an eine wichtige Durchzugstraße im Alpenraum stellt. Die max. Steigung beträgt zwar nur 9%, doch traf man im Bj. enge und unübersichtliche Kurven bei Fahrbahnbreiten von knapp 5m an. Die Südrampe hingegen wurde in den vergangenen Jahren modernisiert; hier schwanken die Breiten zwischen 6 und 8m. Steigungen bzw. Gefälle sind durch nahezu 30 Kehren gut ausgeglichen und überschreiten 11% nicht, die meist bewaldete Südrampe ladet an geeigneten Plätzen, neben der Straße, zur Rast ein. Stets wechselnde Ausblicke auf die vielgestaltigen Türme, Spitzen und Wände der Pala erhöhen den Fahrgenuß auf dieser landschaftlich besonders reizvollen Route, deren bedeutendster Fremdenverkehrsort das terrasenartig angeordnete San Martino di Castrozza ist. Am Scheitelpunkt des Passes angelangt fährt man noch einige km, bis man dann rechts zum Passo di Valles gelangt. Diese 14km lange Touristenstraße von Paneveggio nach Falcade Alto ist ein wichtiges und neben den

Rollepaß auch ein landschaftlich ansprechendes Glied bei einer Umrundung der großartigen Palagruppe. Bemerkenswert sind die Ausblicke von der Scheitelhöhe nach S und SO auf die vielgestaltigen Berge des Pala-Nordzuges mit der Cima Venegiotta. Die 7km lange Ostrampe ist für Pkw zweispurig befahrbar, Begegnungen sind daher problemlos. Die Fahrbahnbreiten schwanken zwischen 5 und 7m, in den Kehren sind sie allgemein breiter. Die max. Steigung beträgt 13%. Über die Scheitelhöhe verläuft sowohl die Provinzgrenze zwischen Belluno und Trento als auch die Dolomiten-Höhenroute von Brixen bis Feltre. In Cencenighe angelangt fährt man dann wieder Richtung Süden nach Agordo wo wir noch den Passo Duran und in weiterer folge den Passo Cibiana überqueren. Durch diese Routenwahl erspart man sich den Weg über den

Falzarego, den man ohnedies öfters überqueren muß wenn man sich einige Zeit in Südtirol befindet. Auf dieser etwas anderen Route, die sicherlich niemand bereuen wird, fährt man hauptsächlich durch bewaldetes Hochgebirge. Die Straßenbreite beträgt max. 4m. Auf der SS. 51 wieder angekommen fahren wir Richtung Cortina, wo wir noch ca. 45km von der Staatsgrenze Ital.-österr entfernt sind. Von Cortina aus bieten sich 2 Möglichkeiten an nach Toblach zu fahren die schnellere Variante ist auf der SS. 51 zu bleiben, aber die bedeutend schönere Strecke abseits vom Verkehr ist jene über den Misurina See. Von den Km her sind beide gleich lang, nur durch den Kurvenreichtum ist man auf der SS. 48 ein wenig langsamer, aber dafür um ein paar Eindrücke reicher.